Ruf des Waldes

„Eines Nachts schreckte er aus dem Schlaf auf, er zitterte am ganzen Leib, und seine Rückenhaare sträubten sich. Vom Wald her kam ein Ruf, deutlich und bestimmt wie nie zuvor“ (Jack London)

So, oder so ähnlich, schoss es mir durch den Kopf als ich am Morgen den Wetterbericht für die kommende Woche sah. Keine Wolken, nur Sonne und bis zu 13 °C. Nach den letzten grauen Monaten war klar, dieses Wochenende muss was gehen. Midlinen in der Heide! Fiedlergrund? Uhu? Mordgrund? Ganz egal, hauptsache raus und am besten gleich zwei Tage. Bei der Wetterprognose waren schnell ein paar gleichgesinnte Komplizen gefunden. Ruben, Tom und ich einigten uns auf den Fiedlergrund, da die Option zwei Lines aufbauen zu können uns sinnvoll erschien. Aber samstags Auf- und abbau? Und Sonntag noch einmal? … nein zu viel heck meck. Da war der Ruf des Waldes wieder ganz klar zu hören, eine Nacht im Wald biwakieren, raus aus der Stadt, frische kalte Luft, abschalten und natürlich zwei volle Tage Zeit zum Midlinen!

Im Morgengrauen begannen wir damit die Aufbauroutine aus dem Winterschlaf wach zu küssen, sodass die 70er noch vor dem Mittag startklar war. Nach einigen Sessions kam auch Ruben mit einem zweiten Setup dazu, dass allerdings erst am nächsten Morgen seinen Einsatz fand. Das kleine Plateau vor der Line entwickelte sich langsam zu einem gemütlichen Lager. Kaffee trinken, Kleinigkeiten snacken, die Sonne hängemattend genießen, philosophieren und dabei midlinen – PERFEKT.

Am Ende des Tages waren wir zu viert und nach einem kleinen Abendessen mit heißem Tee fanden wir uns unter einem kalten und sternenklaren Himmel wieder. Am nächsten Tag krochen wir jedoch erst relativ spät aus den Schlafsäcken, da wir uns zunächst etwas von den morgendlichen Sonnenstrahlen aufwärmen ließen, bevor wir uns wieder in der Lage fühlten uns zu bewegen.

Nach dem Frühstück startete der Tag für Sandy und Ruben mit einer kleinen Yoga-Session, Tom packte seine Kendama-Skills aus, ich machte mich etwas auf der Rodeo-Line warm und die erste Midline-Session ließ dann nicht lange auf sich warten. Nach dem auch die zweite 60er Line gespannt war kamen nach und nach immer mehr Slackline-Verrückte vorbei und das Lager füllte sich: Jule, Rike, Phillip, Richard und zu guter Letzt Feli. Den ganzen Tag über hieß es „Chongo unchained“, bis die Sonne wieder am Horizont verschwindet. Es wurde keine Zeit verschwendet und beide Lines waren permanent besetzt. Für die meisten waren es die ersten Sessions des Jahres oder auch überhaupt das erste Mal auf einer Highline und Ruben durchsurfte die Lines bis in die letzten kleinen Fasern. Einfach ein richtig gutes Wochenende, mit großartigen Menschen und geselligem Beisammensein. Ein ausgezeichneter Start ins Slacklife 2019.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Abbau ging es zurück in die Stadt und was liegt da näher als noch zusammen in die Pizzastube zu gehen? Garnichts…

Martin Hartmann, 16. & 17.02.2019